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Eiche

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Pflanze
Eiche

Quercus robur.jpg
Europäische Stieleiche
Gattung

Eichen

Wissenschaftlicher Name

Quercus


Eine Eiche ist ein sommer- oder immergrüner Baum oder Strauch. Sie ist insbesondere an ihrer Frucht, der Eichel, zu erkennen.

Erkennung

Stiel-Eiche, Illustration

Die Eiche kann sehr gut an der Frucht oder an den Blättern erkennt werden. Die wechselständigen, einfachen Laubblätter sind dünn bis ledrig, gelappt oder ungelappt. Die Blattränder sind glatt oder gezähnt bis stachelig gezähnt. Die unscheinbaren Nebenblätter fallen früh ab (nur bei Quercus sadleriana sind sie auffälliger).

Verbreitung

Eichen gibt es in ganz Nord- und Zentralamerika, in Kolumbien, in Eurasien und in Nordafrika. Sie sind die wichtigste Laubbaumgattung der Nordhalbkugel. Ein Schwerpunkt der Artenvielfalt ist Nordamerika. In Mitteleuropa sind die Eichen mit einem Anteil von neun Prozent des Bestandes im Flach- und Hügelland nach den Buchen die verbreitetste Laubbaum-Gattung. In den Bergen wächst die Eiche bis ca. 1000 Müm.

Verwendung

Eichenholz hat eine hohe Verrottungsbeständigkeit. Es wird selten von Wurmfraß befallen. Eichenpfähle halten zum Beispiel im Wiesenboden 10 bis 20 Jahre, jedoch zerfressen Waldbodenpilze die Eiche auch rascher. Eichenholz ist für feuchtebeanspruchte Bauteile ein vorzügliches Bauholz.

Eichenholz gilt als gutes Brennholz, da es einen hohen Heizwert hat und sehr lange brennt. Zudem ist es gut von Hand spaltbar und lässt sich extrem lange lagern. Es verursacht nur wenig Funkenflug und -spritzer. Sein Flammenbild ist jedoch nicht so schön wie bei Buchen- und Birkenholz oder bei Obsthölzern; außerdem ist der Heizwert etwas niedriger als bei der Rotbuche: Sieben Kubikmeter Buchenholz liefern denselben Heizwert wie acht Kubikmeter Eichenholz.

Trotz dieses niedrigeren Brennwertes und obwohl Eiche deutlich langsamer wächst als Buche, wurde in Mitteleuropa immer die Eiche als Waldbaum gefördert, da sie Mast für das Vieh lieferte und sie hauptsächlich als wertvolles Bauholz genutzt wird.

Unterarten

In Europa sind die Arten Stieleiche und Traubeneiche heimisch. Sie sind sich jedoch sehr ähnlich.

  • Die Stieleiche (auch Sommereiche oder Deutsche Eiche) ist die in Mitteleuropa am weitesten verbreitete Eichen. Sie wächst in ganz Europa (Ausnahmen: Spanien,Sizilien,Süd-Griechenland,Nord-Skandinavien und Nordrussland). Die Stieleiche wird ca. 20 bis 40 Meter hoch und erreicht einen Stammdurchmesser bis drei Meter. Ihr Höchstalter liegt bei 500 bis 1000 Jahren. Die Rinde ist in der Jugend glatt und schwach grau-grün glänzend, mit zunehmendem Alter wird sie zu einer dicken, tief längsrissigen, graubraunen Borke. Die Blätter sind wechselständigen, ledrig, nur kurz gestielt und werden 10 bis 15 Zentimeter lang. Auf der Oberseite sind sie tiefgrün glänzend, auf der Unterseite heller. Sie blüht von April bis Mai, die Eicheln reifen von September bis Oktober. Je 3 bis 5 Eicheln sitzen an 1,5 bis 4 Zentimeter langen Stielen (daher der Name Stieleiche). Die Stieleiche bildet eine kräftige Pfahlwurzel; dank ihren Wurzeln ist sie äußerst sturmfest. Sie kann mit ihren Wurzeln auch stark verdichtete Böden erschließen, um tiefliegendes Grundwasser zu erreichen.
  • Die Traubeneiche (auch Wintereiche) ist die zweit häufigste Eichenart in Mitteleuropa. Sie ist der Stieleiche sehr ähnlich, jedoch ein wenig kleiner und schmaler. Sie hat jedoch stärkere Wurzeln und ist deshalb oft allein stehend und auf kleinen Hügeln zu finden. Ihre Früchte sitzen gehäuft an sehr kurzen Stielen. Die Blätter sind zwei bis drei Zentimeter lang gestielt. Die Blattbasis ist keilförmig und nicht geöhrt. Im mittleren Spreitenbereich der Blätter enden die Seitennerven nie in den Buchten.

Besonderes

  • Alle Teile der Eiche, besonders unreife Eicheln, sind wegen der enthaltenen Gerbstoffe giftig und können zu gastrointestinalen Symptomen (Magenschleimhautreizung, Erbrechen, Durchfälle) führen.
  • Aus reifen Eichen kann Eichelkaffee hergestellt werden
  • Nach dem Volksglauben werden Eichen häufiger vom Blitz getroffen als andere Bäume („Vor Eichen sollst du weichen, Buchen sollst du suchen!“) Diese Aussage ist falsch und kommt daher, dass der Blitzschlag an Eichen deutlichere Schäden hinterlässt als an der Buche. Vergleiche auch den Artikel über Gewitter.
  • Der in Mitteleuropa immer häufiger auftretende Eichen-Prozessionsspinner siedelt sich auf Eichen an. Er hat giftige Haare.
  • Eichen können sehr alt werden (bis zu 1500 Jahren)

siehe Auch


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Naturkunde-Inhalte
(siehe auch: Kategorie Naturkunde)