Velo
Das Velo, ausserhalb der Schweiz auch "Fahrrad" oder "Rad", erhöht eure Mobilität und eure Reichweite. Mit dem Velo erreicht ihr Orte die mit ÖV nicht zugänglich sind und kommt schneller voran als zu Fuss. Habt ihr Packtaschen, könnt ihr mit dem Velo mehr Gepäck mitführen als mit dem Rucksack.
Einsatz des Velos in der Pfadi
Kennt ihr den Spez-Exer "Velo"? Nutzt den Einsatz des Velos um diesen abzulegen.
Verkehrssicherheit
Kontrolliert alle Velos der Gruppe vor der Abfahrt auf ihren Zustand und ihre Verkehrssicherheit. Kontrolliert insbesondere die folgenden Punkte:
- Reifendruck und Zustand der Reifen. Ein hart gepumpter Reifen hat weniger Rollwiderstand.
- Zustand der Bremsen. Eine gut ziehende Bremse muss das Rad blockieren können.
- Funktionstüchtigkeit des Lichts. Auch wenn ihr nur am Tag unterwegs sein wollt.
- Zustand der Kette . Eine verrostete und ungeölte Kette kostet Kraft beim Treten.
- Lenkerspiel. Ist das Vorderrad zwischen den Beinen eingeklemmt, darf sich der Lenker nicht bewegen lassen.
- Sattelhöhe. Sitzt der Fahrer im Sattel, ist sein Bein durchgestreckt wenn das Pedal unten ist. So hat er am meisten Kraft beim Treten.
- Passform des Velohelms und Länge der Kinnriemen, ein Velohelm der "lottert" nützt nichts.
Nutzt ihr das Velo für eine grössere Fahrt (z.B. für die Anfahrt in Lager) dann macht diesen Check der Velos mindestens eine Woche vorher, im Rahmen einer Nachmittagsaktivität. Macht bei dieser Gelegenheit auch eine Fahrt über 10-15km damit die Teilnehmenden das Fahren in der Gruppe geübt haben.
Legt vor der Abfahrt Spielregeln für die Fahrt fest. Mögliche Regeln:
- Verkehrsregeln sind keine unverbindliche Empfehlungen.
- Es wird kein Rennen gefahren.
- Es wird nur nebeneinander gefahren, wenn man sich auf einem Radweg befindet und die Breite des Wegs es zulässt.
- Wird in der Gruppe gefahren, bestimmt der Kopf der Gruppe die Geschwindigkeit. Niemand überholt den Kopf der Gruppe.
Vermeidet "Wettfahrten" wie einen "Velo-OL" mit Zeitwertung. Wenn ihr etwas werten wollt, dann bewertet die Routenwahl, gebt Punkteabzug für "haben uns verfahren", den schlechten Zustand des Velos, etc..
Unterwegs in der Gruppe
Seid ihr in Gruppen unterwegs, dann teilt die Gruppen in "Stärkeklassen" von ~10 Teilnehmenden auf, definiert wer in der Gruppe als "Kopf" zuvorderst und wer als "Schlusslicht" zuhinterst fährt, stellt sicher das diese Zwei mit Smartphones (oder Walkie-Talkies) ausgerüstet sind und die Nummer des anderen kennen. Haltet die Gruppe zusammen. Der Kopf der Gruppe bleibt zuvorderst, wird also nicht überholt. Das Schlusslicht überholt nicht, bleibt also zuhinterst.
Der Kopf der Gruppe passt sein Tempo so an, dass die Gruppe nicht auseinandergerissen wird. Der Kopf der Gruppe kennt die Anzahl Mitglieder der Gruppe und zählt diese bei sich bietenden Gelegenheiten durch. Lässt die Route es zu, blickt er dafür regelmässig zurück. Ist die Route unübersichtlich bremst er zwischendurch ab oder hält an und lässt die ganze Gruppe aufschliessen. Das Schlusslicht der Gruppe führt Pumpe, Flick- und Werkzeug mit sich und informiert den Ersten der Gruppe (den "Kopf") bei Pannen, damit dieser die Gruppe anhalten kann.
Seid ihr in mehreren Gruppen und alle auf der selben Route unterwegs, dann organisiert euch einen "Besenwagen", d.h. einen Kleinbus der die Route nach allen Gruppen abfährt. Besetzt den Besenwagen nach Möglichkeit mit 2 Personen, das entlastet den Fahrer von Navigation und Kommunikation. Im Pannenfall meldet das Schlusslicht der Gruppe die Panne mit allen nötigen Details (Ort, Art, Person) an den Besenwagen und lässt Pannenvelo inkl. Teilnehmenden von ihm einsammeln.
Windschattenfahren spart Energie, braucht aber viel Übung und Voraussicht. Fehlt das eine oder das andere riskiert ihr einen Massensturz mit dazugehörenden Verletzungen und Schäden an euren Velos. Haltet also besser einen Mindestanstand.
Routenplanung
Bleibt nach Möglichkeit auf Radrouten. Es existieren spezielle Velokarten auf denen Radrouten (ähnlich Wanderwegen) farblich hervorgehoben sind. Diese Sondersignatur ist auch bei Map.geo.admin.ch und bei der Smartphone-App Swisstopo verfügbar.
Rechnet mit 12-16km/h Durchschnitt in flachem Gelände. Längere Steigungen bzw. Abfahrten beeinflussen diese Durchschnittgeschwindigkeit stark. Plant, zumindest in den ersten Tagen, maximal doppelt solange Tagesetappen wie ihr zu Fuss zurücklegen würdet.
Benutzt physische Karten, ihr könnt euch die Karte dafür von map.geo.admin.ch ausdrucken, bevorzugt mit einem Laserdrucker (kein Verschmieren wenn die Karte nass wird). Markiert die Route auf der Karte.
Orientierung
Jeder muss das Ziel der Fahrt und eine Telefonnummer als Kontakt für Pannen oder "habe mich verfahren" kennen.
In der Gruppe muss mindestens der Kopf und das Schlusslicht die Route kennen und eine Karte dabei haben. Damit ihr euch während der Fahrt laufend orientieren könnt, muss die Karte nach Möglichkeit am Lenker befestigt sein. Habt ihr keine Lenkertasche mit Sichtfach, dann nutzt bei Regen Gefrierbeutel mit Zippverschluss. Nutzt ihr das Smartphone für die Orientierung, lohnt sich eventuell eine Lenkerhalterung zu beschaffen
Kleiner Orientierungstipp am Rande: Guckt unbedingt vor Abfahrten ob ihr noch auf der richtigen Route seid. Es schadet der Laune den Berg hoch zurückfahren zu müssen.
Trittfrequenz, Schaltung und Klickpedale/Pedalhaken
"Pedalen statt chnorzen!" Je schneller du trittst, desto weniger Kraft brauchst du. Eine mittlere Trittfrequenz liegt bei 80-110 U/Min, also im Bereich von 1-2 Tritten pro Sekunde. Nutze die Gangschaltung um im diesem Bereich zu bleiben. Du schonst so auch deine Schaltung.
Hast du eine Kettenschaltung, dann achte dich darauf nicht "Quer" das heisst vom grössten Kettenblatt auf den grössten Zahnkranz oder umgekehrt zu schalten. Das verzieht die Kette, nutzt die Kettenblätter/Zahnkränze ab und kostet Kraft. Auch wenn du rechnerisch 18 Gänge (3 Kettenblätter und 6 Zahnkränze) hast, solltest du nur 9-12 davon nutzen.
Verwendest du Klickpedale oder Pedalhaken, dann nutze die auch. Ohne diese Hilfsmittel kannst du nur nach unten treten, mit Klickpedalen oder Pedalhaken kannst du auch "nach oben ziehen". Das braucht Übung, macht aber deinen Tritt "runder" und nutzt Muskeln die sonst nicht zum Einsatz kommen.
Verhalten bei Verkehrsunfällen
Es gelten alle Regeln der ersten Hilfe, insbesondere die Regeln zur Sicherung der Unfallstelle.
Zusätzlich wichtig: Bei Verletzten und/oder Materialschaden IMMER die Polizei für das Unfallprotokoll beiziehen. Hier geht es um Haftpflicht- und andere Versicherungsfragen. Müssen andere Blaulichtorganisationen (Ambulanz, Feuerwehr etc.) gerufen werden: Zusätzlich die Pfadi-Helpline informieren.