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Pfadi in der Niederlande

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Pfadi ist auch in den Niederlanden eine der grössten Jugendorganistaionen. Es gibt etva 90'000 Pfadis, 25'000 Leiter und 3'600 erwachsene Mitglieder der Pfadibewegung. Fast alle Pfadigruppen gehören dem Niederländischen Nationalverband, Scouting Nederland an, der den drei Weltverbänden WOSM, WAGGGS und ISGF angehört.

Gründung der Niederländischen Pfadibewegung

Die ersten Pfadiaktivitäten fanden im Jahr 1910 statt. In jenem Jahr übersetzte und vermittelte W.J. van Hoytema das Buch "Scouting for Boys" in "Op, Hollandsche jongens naar Buiten", was etwa soviel heisst wie "Los, niederländische Knaben, geht nach draussen". Dieses Buch führte zur Gründung der ersten Pfadigruppe im Dezember 1910, mit dem irischen Lehrer Griffin Moriarty als Leiter. Der Journalist Gos de Voogt gründete eine Gruppe in Amsterdam mit M.W.D. den Ouden als Leiter. De Voogt übersetzte Scouting for Boys nochmals, unter dem Titel "Baden Powells Handboek". De Voogt wurde vor allem von einem Besuch der britischen Pfadis von der 16th Oxford Troop inspiriert, die vom 3. bis 17. August 1910 eine Tour durch die Niederlande machten. Sie besichtigten Rotterdam, Den Haag, Amsterdam, Utrecht, Nijmegen und Tilburg, später besichtigten sie auch noch die belgischen Städte Antwerpen und Brüssel.

Von da an bildeten sich, in den ganzen Niederlanden, in vielen Städten und Dörfern, verschiedene Pfadiorganisationen, ab und zu auch Gruppen für Mädchen. Einige dieser Gruppen haben bis ins 21. Jahrhundert überlebt, die wichtigsten davon sind:

  • Für Knaben:
NPO und NPB verbündetenn sich 1915 im NPV, dem niederländischen Pfadfinderbund
  • Für Mädchen:

Im September 1911 besuchte BiPi die Niederlande. Bei seiner Ankunft wurde er auf dem Hauptbahnhof von Amsterdam von Vorstandsmitgliedern der NPO empfangen. Begleitet von Pfadis auf Velos fuhr er in einer offenen Kutsche durch die Strassen der Hauptstadt zum Pavillon im Vondelpark. Dort warteten mehrere hundert Pfadis auf ihn.

Die Niederländer übernahmen die Alterskategorien vom englischen Vorbild. Damals wurden die Bezeichnungen wörtlich übersetzt. Die neuen Stufen hiessen zum Beispiel wolven(Wölfe) und zwervers(Rover). Daneben werden auch Gruppen für Behinderte Pfadis gegründet, in Amsterdam zum Beispiel wurde 1918 eine Gruppe aus zwanzig Jungen des lokalen Bilndenheims gegründet.

Die ersten Pfadigruppen waren pluralistisch oder protestantisch. Es gab auch unter den römisch-katholischen dem Wunsch, Pfadigruppen zu bilden. Die erste wurde 1920 gegründet, obwohl die Niederländischen Bischöfe das nicht gerne sahen. Im Jahre 1930 führte das zu einem neuen nationalen Verband, den Katholieke Verkenners (katholische Pfadis). Die katholischen Mädchengruppen konnten sich wegen der Haltung der Kirche erst 1945 zusammenschielssen, sie gründeten die Nederlandse Gidsenbeweging(niederländische Pfadfinderinnenbewegung).

Pfadi während dem Krieg

Als die Nazis die Niederlande 1940 eroberten, gab es herrschte Unsicherheit unter den verschiedenen Jugandorganisationen. Es war bereits bekannt, dass die Pfadi in Deutschland verboten worden war, nachdem Hitler 1933 die Macht übernahm. Die deutschen Jugendlichen wurden gezwungen der Hitlerjugend, respektive dem Bund deutscher Mädel. Im von Deutschland übernommenen Österreich wurde die Pfadi sofort verboten und die Leiter ins Konzentrationslager Dachau deportiert. In der Tschechoslowakei erging es der Pfadi ähnlich, während in Polen die Pfadi verunmöglicht und verboten wurde. In den Niederlanden wurde nicht anderes erwartet, aber in den ersten Monaten blieb es ruhig. Die Niederländischen Pfadiorganisationen wurden toleriert, aber aktivitäten draussen wurden schwierig. Zelten wurde verboten, genauso wie Lagerfeuer und der Gebrauch von Karte und Kompass im Freien.

Die Nazis waren der Meinung, die Niederlande sollte Teil des deutschen Reichs sein, wegen der gemeinsamen germanischen Wurzeln. In den Jahren 1940/41 versuchte die Besatzungsmacht die niederländische Gesellschaft zu vereinigen, damit sie sich später besser in Deutschland integrieren liesse. Dazu wurden zuerst alle Parteien und ihre Jugendorganisationen verboten (ausser der schwarzen Front und der pro-Nazi Partei NSB und ihre Jugendorganisation Jugendsturm). Danach war es geplant, auch die Jugend gleichzuschalten, durch das schaffen einer einzigen Jugendorganisation. Die Pfadis und Angehörige anderer Jugendorganisationen waren damit nicht einverstanden und beschlossen nicht zu kooperieren. Als Vergeltungsmassmahme wurde die Pfadi am 9. April 1941 verboten. Gründe dafür wurden in den Zeitungen unter anderem mit dem englischen Feind verbunden, Pfadi wurde "ein aktives Instrument der britischen kulturellen und politischen Propaganda" genannt. Leiter der Netionalen Verbände, wie auch der regionalen Gruppen wurden verhört, administratives und Archive zerstört, die Lokalitäten wurden geschlossen oder vom nationalen Jugendsturm konfisziert. Einige Pfadigruppen hatten das vorhergesehen und viel von ihrem Material versteckt. Einige trafen sich im geheimen weiterhin.

Als die Nazis die Pfadi verboten hatten und alle Strukturen eliminiert waren, dachten sie sie hätten die Pfadibewegung ausgelöscht. Sie rechneten nicht mit dem System der Pfadis, bei dem keine Befehle von oben kommen sondern die jungen Leute mit ihrer Gruppe selbst bestimmen, was sie tun. Als die Süden der Niederlande befreit wurde, wurde das offensichtlich, weil die Pfadi sogleich wieder aktiv wurden in Städten wo der Unterdrücker geschlagen war.

nach dem Krieg

Anfänglich waren Knaben- und Mädchengruppen getrennt. Im Jahre 1970 gründete die Wesselgruppe in der Stadt Vlaardingen die erste gemischte Wolfsgruppe

1973 vereinigten sich die vier nationalen Pfadiorganisationen zu einer einzigen, Scouting Nederland, von da an waren gemischte Gruppen offiziell möglich.

Nachdem im niederländichen Pfadimagazin ein Artikel über die 0. Stufe in Kanada erschien, wurde spontan an werschiedenen Orten eine 0.Stufe gegründet. 1985 wurde diese Stufe ins ofzielle Stufenprofil aufgenommen.

siehe auch

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Pfadi-Inhalte
(siehe auch: Kategorie Pfadibewegung)

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