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Feuerwanze

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Sie sehen zwar richtig gefährlich aus, sind aber völlig harmlos. Es sind auch keine Käfer, denn die Pyrrhocoris apterus ist die Feuerwanze, so benannt nach ihrer auffallenden rot-schwarzen Färbung. Auch wenn sie in Massen auftreten, entsteht kein Schaden. Sie fressen keine Blumen oder gar den Salat, sondern ernähren sich Pflanzensäften und kleinen Insekten. In Frankreich nennt man die Feuerwanzen daher auch „Gendarmen“, weil sie aufpassen, dass sich Blattlaus und Co. nicht zu sehr vermehren.

Feuerwanzen sind Gewohnheitstiere. Überall, wo Linden, Malven, Stockrosen oder Akazien wachsen, dauert es nicht lange, bis du auch Mengen der auffällig gefärbten Insekten finden kannst. Diese Pflanzen üben geradezu magische Anziehungskraft auf die Feuerwanzen aus, weil sie die abgefallenen Samen anstechen und an ihnen saugen.


Den Wissenschaftlern sind die Feuerwanzen schon lange aufgefallen:

  • die auffallende schwarz-rote Färbung signalisiert den Fressfeinden: ich bin ungenießbar! Die Feuerwanzen haben Stinkdrüsen am Hinterleib, deren Sekret Vögeln den Appetit verdirbt und bei anderen angreifenden Insekten als Kontaktgift wirkt, das Lähmungen hervorruft
  • die Färbung und vor allem die Zeichnung variiert sehr stark; vor allem die schwarzen Punkte auf den verkümmerten Flügeldecken hängen von den Außenbedingungen und auch von der Temperatur ab
  • die Feuerwanze kommt in allen warmen und gemäßigten Ländern Europas vor
  • 1891 fand Heinrich von Henking bei Untersuchungen an der Feuerwanze ein ungewöhnliches Chromosom, das einem „X“ glich; zum ersten Mal wurde so gezeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen den Chromosomensätzen und dem Geschlecht gibt
  • Mitte der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts machte Karel Slama bei Forschungen mit Feuerwanzen eine bemerkenswerte Entdeckung: Tiere, die in den Terrarien auf Papier aus Europa gehalten wurden, entwickelten sich normal zu ausgewachsenen Tieren, Wanzen, die auf amerikanischen Papier leben mussten, blieben im Larvenstadium oder starben. Die Lösung: Amerikanisches Papier wurde aus dem Holz der Balsamtanne gemacht. Und die wiederum entwickelt Hormone, um sich gegen gefräßige Käfer zu schützen. Die frappierende Erkenntnis: Pflanzen können sich gegen Angreifer wehren!
  • Forscher entdeckten in den letzten Jahren, dass die Feuerwanzen bestimmte chemische Stoffe, Peptide, bilden, um sich gegen Bakterien zu wehren. Versuche mit Mäusen ergaben, dass diese Stoffe in der Lage sind, die Tiere gegen Colibakterien und gegen Salmonellen zu schützen. Jetzt hoffen die Forscher, dass diese Peptide gegen Bakterien wirken, die gegen Antibiotika längst immun sind.

Ab Mitte März, wenn es wieder wärmer wird, verlassen die erwachsenen Tiere, den Boden, in dem sie überwintert haben und bereiten sich auf die Paarungszeit April bis Mai vor.

Siehe auch


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Naturkunde-Inhalte
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Dieser Artikel basiert auf einem Artikel von Gondi-Online.