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Pfadi in Frankreich

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Die Pfadi in Frankreich ist heute sehr zerspilttert, es gibt 80 bis 100 Verbände. Viele davon sind sehr klein oder bestehen aus einer einzigen lokalen Gruppe. Es gibt 9 grosse Verbände, 5 davon gehören zum französischen Pfadibund ("Le Scoutisme Français") und gehören WOSM respektive WAGGGS an. Diese Besonderheit geht auf das Jahr 1947 zurück als das 6. Jamboree in Moisson bei Paris stattfand.

Geschichte

bis zum 2. Weltkrieg

Die französische Pfadigeschichte beginnt 1908, als protestantische Geistliche Gruppen für junge Buben schufen. Bald waren diese Gruppen voller katholischer Buben, da der römisch-katholische die Hauptreligion Frankreichs ist und damals sehr verbreitet war. Aber der Kirche und auch vielen Leuten war die Pfaderei suspekt wegen ihrem protestantischen - und englischen Ursprung. Somit konnte sich die Pfadibewegung nicht über dieses Anfangsstadium entwickeln bis BiPi im Jahre 1911 nach Frankreich reiste und seine Pfadimethode präsentierte. In diesem Jahr wurden die ersten französischen Pfadiverbände gegründet: die nichtkirchlichen "Éclaireurs de France" (EdF), die ebenso nichtkirchlichen "Éclaireurs Français'" die von Pierre de Coubertin, einem Gründervater der modernen Olympiade gegründet wurden und die protestantischen "Éclaireurs Unionnistes de France" (EUdF). Als sich immer mehr katholische Buben diesen Gruppen anschlossen begannen katholische Priester vor dem ersten Weltkrieg damit lokale, katholische Gruppen zu bilden. Nachdem die Priester Antoine Cornette und Jacques Sevin bewiesen hatten, das PFadi nichts teuflisches ist wurden 1920 die "Scouts de France" (SdF) gegründet. Die "Guides de France" folgten im Jahre 1923, im selben Jahr wurde die jüdische Organisation "Éclaireurs Israélites de France" (EIF) gegründet.

vom 2. Weltkrieg bis zu den Reformen

Im 2. Weltkrieg, wurde 1940 halb Frankreich von den Nazis besetzt. In der besetzten Zone wurde die Pfadi verboten, aber bis auf die EIF konnte sie in der freien Zone weiter betrieben werden. In Oraudou trafen sich die EdF, die EUdF und die SdF(die grösstenteils wichtigste Organisation) und gründeten den französischen Pfadibund. Als 1942 auch die bis dahin freie Zone besetzt wurde, wurde die Pfaderei auch dort verboten. Aber heimlich trafen sich die Pfadis in beiden Zonen weiterhin. Viele Pfadis schlossen sich dem Widerstand an und halfen der Befreiungsbewegung. So konnte nach dem Krieg die Pfadi wieder aus der illegalität hervortreten und der Scoutisme Français organisierte das Jamboree des Friedens 1947 .

Aber schon bald danach begann sich die französische PFadibewegung aufzuteilen. Als die "Éclaireurs de France" der kommunistischen Partei zu nahe standen, spaltete sich die "Éclaireurs Neutres de France" ab. Zwei jahre später begann die Reform der "Scouts de France". In den Augen der Leiter war die Pfadi nicht mehr was die jungen wolten, so gründeten sie die "Raiders": Plus-Trupps für die besseren Pfader, mit der Möglichkeit zu moderneren Aktivitäten, wie die der militärischen Kommandos. Einige Jahre Später wurden die Rover politischer. Gegen Ende der 50er wollten neue Leiter das militaristische Raidertum aus der Pfadibewegung verbannen, aber das behalten, was sie an der Idee gut fanden. Sie teilten sie die ursprüngliche Altersstufe für 12-17-jährige in zwei neue ohne Fähnleinsystem: die Ranger für Buben von 12 bis 14 und die Pioneers für Buben von 15 bis 17.

nach den Reformen: immer mehr Teilungen ?

Das führte zu viel Unzufriedenheit und zu den wichtigsten Spaltungen. Pierre Géraud (oft Perig Géraud-Keraod genannt), ein Partisane für die bretonische Freiheit der bretonisch sprechende Gruppen in der SdF gegründet hatte, spaltete sich 1962 ab und gründete die "Scouts d'Europe". Die Scouts d'Europe blieben beim traditionellen Pfadfindertum, übernahmen aber einige Reformen die Géraud wollte, insbesondere mussten sich die Guides(Mädchenpfadi) an die Pädagogik der Bubenpfadi halten. In der SdF gab es traditionelle Gruppen bis 1971 als sie ausgestossen wurden und die "Scouts Unitaires de France" gründeten.

Während die EdF, EUdF und EIF weiterexistierten und sich auch für Mädchen öffneten, gingen die Teilungen auf katholischer Seite weiter. Nach reformen 1969 in der katholischen Messe, verweigerten die "Scouts d'Europe" ihren Pfadern die traditionelle Messe zu besuchen. Einige Pfader und Gruppen, die deshalb ausgeschlossen wurden, gründeten neue Organisationen. Gleichzeitig wurden viele andere Organisationen gegründet vom Leuten, die fanden, dass die bestehenden Organisationen nicht ihren pädagogischen oder vor allem religiösen Vorstellungen entsprachren.

Erst 2004 war etwas anderes als andauernde Spaltungen möglich: die katholischen geschlechtergemischten "Scouts de France" und die ebenso katholische Mädchenorganisation "Guides de France" schlossen sich zu den "Scouts et Guides de France" zusammen. Die 9 grossen Verbände begannen miteinander zu kommunizieren, und das was dabei herauskam könnte der erste Schritt zu einer Vereinigung der französischen Pfader sein: Der französische Staat verfügte, dass es offiziell anerkannte Pfadiorganisationen geben soll.

Organisationen

Die G9

Die 9 grossen, vom Staat anerkannten Pfadiverbände, werden oft "G9" genannt, das ist eine anspielung auf den G8 Gipfel, dem treffen der Regierungschefs der acht Reichsten Staaten der Welt.

Scoutisme Français

Scoutisme Français ist der einzige von WOSM und WAGGGS anerkannte Verband. Er wurde 1940 gegründet und besteht aus:

  • "Éclaireuses et Éclaireurs de France" (EEdF) die früheren EdF, nichtkirchlich
  • "Éclaireuses et Éclaireurs Unionnistes de France" (EEUdF), die früheren EUdF, protestantisch
  • "Éclaireuses et Éclaireurs Israélites de France" (EEIF), die früheren EIF, jüdisch
  • "Scouts et Guides de France" (SGdF), der Zusammenschluss aus SdF und GdF, römisch-katholisch
  • "Scouts Musulmans de France" (SMF), 1990 gegründete, muslimische Organisation

Conférence Française de Scoutisme

Die "Conférence Française de Scoutisme" (CFS) ist ein Treffen von drei der Organisationen, die durch Teilungen entstanden sind:

  • "Association des Guides et Scouts d'Europe" (AGSE oder FSE), Teil der International union of European guides and scouts
  • "Éclaireurs Neutres de France" (ENF) 1947 von der EdF abgespalten
  • "Fédération des Éclaireurs et des Éclaireuses" (FEE), ein Bund kleiner und sehr unterschieldicher Organisationen.

Scouts Unitaires de France

Die "Scouts Unitaires de France" gehören der "Conférence Française de Scoutisme" nicht an, obwohl sie ihr Manifest, die "Message aux Familles" (Nachricht an die Familien) in September 1999 unterzeichnet hat.

Der Rest

Es gibt noch sehr viele Organisationen in Frankreich, die nicht den G9 angehören. Die meisten davon sind klein, einige sind ziemlich speziell, wie zum Beispiel "les Écuyers de Saint Michel", einer Organisation für fechtende Pfadis, oder einige Organisationen für Behinderte, ähnlich der PTA

Es gibt auch einige relativ grosse Organisationen mit etwa 1000 Mitgliedern, namentlich die römisch-katholischen "Scouts de Doran".

Das grosse Problem bei dieser Menge an Pfadiorganisationen ist, dass jeder einen eigenen Verein gründen kann(das Gesetz ist in Frankreich sehr tolerant, was Vereine angeht) und diesen Verein Pfadi nennen darf. Einige Organisationen haben Probleme mit der Justiz, weil sie die Gesetze bezüglich Sicherheit im Lager nicht geachtet haben(was manchmal tödlich endete) oder weil sie Verbindungen zu dunkklen, politischen Gruppen haben.

Ziemlich traurig ist, dass für Angehörige der G9 ziemlich oft Angehörige anderer Organisationen keine "echten" Pfadis sind, egal wie die Pfadi praktizieren.

siehe auch

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Pfadi-Inhalte
(siehe auch: Kategorie Pfadibewegung)

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